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 Der Privatanleger

Der Privatanleger Das Blog für Privatanleger: Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe, Anlagestrategie und der ganze Rest

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  • RSS Feeds: Beiträge : Beiträge

  • Finanz.de, mein RSS-Feed und das Urheberrecht - 13-05-2012

    Wie die meisten Blogs verfügt auch DER PRIVATANLEGER über einen RSS-Feed. Der soll es Stammlesern erleichtern, sich darüber auf dem Laufenden zu halten, was hier passiert. Und weil ich gedacht habe, für eben jene Stammleser sei es doch am komfortabelsten, wenn sie die Artikel direkt in ihrem Feedreader lesen könnten, besteht der Feed nicht nur aus kurzen Content-Schnipseln, sondern aus kompletten Beiträgen. Leider bergen komplette RSS-Feeds aber immer auch Gefahren in sich. Zum Beispiel erleichtern sie dreisten Content-Klau. Jüngstes Beispiel: Das im Beitragstitel genannte Qualitäts-Finanzportal (auf einen Link verzichte ich mal) bindet den Feed fröhlich in seine Website ein. Richtig amüsiert bin ich nicht darüber.

    Selbstverständlich habe ich grundsätzlich nichts gegen unoriginelle Finanzportale. Trotzdem finde ich solche Websites sympathischer, wenn sie sich darauf beschränken, Pressemitteilungen unverändert zu übernehmen - und meine Artikel dort lassen, wo sie hingehören. Dann geraten sie auch nicht in Konflikt mit dem Urheberrecht.

    Denn, um das noch mal klarzustellen: Ich habe nicht vor, irgendjemandem die kostenfreie Übernahme der hier veröffentlichten Texte zu gestatten. Schon gar nicht ungefragt. Das habe ich den Betreibern von Finanz.de auch schon in etwas anderen Worten mitgeteilt. Und ich kann natürlich auch nicht garantieren, dass eines der hier von mir verwendeten Bilder auch auf anderen Websites einfach so benutzt werden darf.

    Nun bin ich natürlich nicht der einzige, dessen Feed bei Finanz.de eingebunden ist. Aber andere - vom Handelsblatt über Tim Schäfer bis hin zu den Börsenbloggern verbreiten über ihre RSS-Feeds auch keine kompletten Beiträge. Daher können sie vermutlich ganz gut damit leben.

    Deshalb - und damit dies hier nicht vollends zu einem weinerlichen Rant verkommt - eine Frage an Leser, Mit-Blogger und alle, die sich dafür interessieren: Würde sich überhaupt jemand daran stören, wenn es künftig nur noch Vorspänne in meinem RSS-Feed zu lesen gäbe? Und wäre das nicht ohnehin die professionellere Lösung, weil sie eher dazu beitragen würde, die Zahl der Besucher auf der Website selbst zu erhöhen?

    Ich bin für jede Meinung dankbar.


  • Kleine Unterschiede in der Immobilienbewertung - 11-05-2012

    Gerade höre ich den Conference Call zur Präsentation der Q1-Zahlen von alstria Office REIT. Und wie häufig in den vergangenen Jahren kam die Frage auf, ob Objekte von offenen Immobilienfonds für alstria interessant sein könnten. Die Antwort von CEO Olivier Elamine war diesmal aber besonders interessant. Ich zitiere mal wörtlich und auf Englisch:

    "It's probably still too early for them to be able to sell at a price we feel would be reasonable. I mean, to give you an order of magnitude, the average value of our portfolio is around € 1,700 per square meter, and the average value of the open-end funds is closer to € 3,000 per square meter - and that's not linked to the fact that their portfolio is better than our portfolio, to put it bluntly. So there's still some way to go we believe on the valuation side."

    Ich fand das Zitat einerseits einigermaßen erschreckend, andererseits auch ziemlich interessant - immerhin ging es vor kurzem in diesem Blog noch um die mutmaßliche Überbewertung der Objekte in offenen Immobilienfonds. Möge jeder seine eigenen Schlüsse daraus ziehen.

    Offenlegung: Der Autor hält Aktien der alstria.

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  • Privatanleger-Podcast - die zweite Folge - 06-05-2012

    Kurz vor der Jahrtausendwende: Die Aktienkurse steigen. Und steigen. Und steigen. Deutschland ist im Börsenfieber. Selbst mittellose Zivildienstleistende bleiben nicht verschont - und werden von Banken und Medien freigiebig mit Informationen und Geld versorgt. Klar, dass Anleger in einem derartigen Umfeld viele schlimme Fehler machen können. Und genau um diese geht's in der jetzt erschienen zweiten Folge des Privatanleger-Podcasts: Fehler eines Privatanlegers - der Neue Markt.

    Ich hoffe, die Klangqualität der zweiten Folge ist etwas besser als die der ersten - zumindest habe ich mir diesmal deutlich mehr Mühe gegeben und den Cast sogar tapfer mit Audacity nachbearbeitet. Trotzdem bitte ich noch mal vorsorglich um Entschuldigung - ich weiß, dass ich noch einen weiten Weg vor mir habe.

    Wer sich für die Geschichte unabhängig von irgendwelchen Tonproblemen interessiert, kann sie natürlich auch nachlesen. Links: siehe unten.

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  • SEB Immoinvest: halten oder verkaufen? - 30-04-2012

    Montag, der 7. Mai, ist ein wichtiger Tag für den SEB Immoinvest und seine Anteilseigner. Dann nämlich wird der geschlossene offene Immobilienfonds für einen Tag zur Anteilsrücknahme geöffnet. Es ist ein Testlauf: Die Anleger sollen selbst entscheiden, ob der Fonds weitergeführt wird oder nicht. Werden am Tag der Öffnung so viele Anteile zur Rückgabe angemeldet, dass die Liquidität des Fonds dadurch aufgezehrt würde, nimmt der Immoinvest keinen einzigen Anteil zurück – und wird abgewickelt. Reicht die Liquidität dagegen aus, um alle Rückgabewünsche zu bedienen, geht es für den Fonds weiter. Anteilsrückgaben sind dann künftig nur noch einmal im Jahr möglich, denn der Immoinvest soll in diesem Fall vorzeitig auf das Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetz umgestellt.

    Wie sollte man sich als Privatanleger nun verhalten? Seine Anteile zur Rückgabe anmelden? Oder doch stillhalten und hoffen, dass es genügend andere auch tun? Im Corporate Blog von Alstria Office REIT wurde die Situation als spieltheoretisches Problem beschrieben, und ich denke, das trifft es ganz gut. In der Tat ähnelt die Entscheidung, vor der die Anteilseigner nun stehen, auf den ersten Blick dem berühmten Gefangenendilemma.

    Das geht laut Wikipedia so:

    „Zwei Gefangene werden verdächtigt, gemeinsam eine Straftat begangen zu haben. Beide Gefangene werden in getrennten Räumen verhört und haben keine Möglichkeit, sich zu beraten bzw. ihr Verhalten abzustimmen. Die Höchststrafe für das Verbrechen beträgt sechs Jahre. Wenn die Gefangenen sich entscheiden zu schweigen (Kooperation), werden beide wegen kleinerer Delikte zu je zwei Jahren Haft verurteilt. Gestehen jedoch beide die Tat (Defektion), erwartet beide eine Gefängnisstrafe, wegen der Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden jedoch nicht die Höchststrafe, sondern lediglich von vier Jahren. Gesteht nur einer (Defektion) und der andere schweigt (Kooperation), bekommt der erste als Kronzeuge eine symbolische einjährige Bewährungsstrafe und der andere bekommt die Höchststrafe von sechs Jahren.“

    Kleinanleger können tun, was sie wollen

    Zwei Dinge fallen mir dabei auf: Man muss offenbar eine Weile knobeln, um die optimale Strategie für die Gefangenen zu ermitteln. Und es unterscheidet sich im Detail dann doch von dem Problem, vor dem die Immoinvest-Anteilseigner stehen. Für die gibt es nämlich nur drei mögliche Ausgänge:

    1. Der Fonds wird weitergeführt; sie geben ihre Anteile zurück.
    2. Der Fonds wird weitergeführt; sie behalten ihre Anteile.
    3. Der Fonds wird abgewickelt.

    Natürlich ist niemand an der dritten Möglichkeit interessiert. Aber wie viel Einfluss hat man als Kleinanleger überhaupt auf den Ausgang der Geschichte? Im Gefangenendilemma müssen sich beide Gefangenen schließlich deshalb gut überlegen, was sie tun, weil ihr eigenes Handeln die Wendung der Situation zum Guten oder Schlechten beeinflusst.

    Für die meisten Kleinanleger, die Anteile des SEB Immoinvest besitzen, gilt das dagegen nicht: Sie sind vom Verhalten der anderen Anleger abhängig – weil die Wahrscheinlichkeit verschwindend gering ist, dass ihre 50, 100 oder 500 Anteile über den Ausgang des Experiments entscheiden. Daher können sie im Grunde tun, was sie wollen: Möchten sie nach der langen Zeit der Schließung ihr Geld zurück haben, sollten sie die Anteile zur Rückgabe anmelden. Sehen sie für den SEB Immoinvest eine vielversprechende Zukunft, sollten sie ihre Anteile behalten. Doch egal, für welchen Weg sie sich entscheiden: Sie sind dem Verhalten der anderen Anleger komplett ausgeliefert.

    Dennoch kann nur Kooperation der Anleger den optimalen Ausgang sichern: die Weiterführung des Fonds. Bleibt zu hoffen, dass genügend Anleger einen hinreichend großen Anreiz spüren, an ihren Anteilen festzuhalten. Klar ist: Die Wahrscheinlichkeit, dass die eigene Entscheidung einen Unterschied macht, steigt mit der Zahl der gehaltenen Anteile.

    Kurz und gut: Ich habe keine Lösung für das Problem. Aber ich stimme dem Alstria-Blogbeitrag zu: Die Entscheidung, den Fonds für einen Tag zu öffnen, ist mutig – eine selbst gewählte dramatische Zuspitzung der Immofonds-Krise. Geht die Rechnung auf, könnte der schlimmste Teil der Krise überstanden sein.

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  • Fonds mit Performance Fee schneiden schlechter ab - 24-04-2012

    Es ist einer der interessantesten Reports von Scope seit längerer Zeit. Das Analysehaus hat die Entwicklung von fast 8.000 Fonds mit und ohne Performance Fees miteinander verglichen - und kam zu einem eindeutigen Ergebnis: Fonds mit erfolgsabhängiger Vergütung weisen im Mittel geringere Renditen und höhere Maximalverluste auf.

    Die Untersuchung stellt im Grunde eine Vollerhebung dar, denn Scope hat in Kooperation mit der MMD Multi Manager GmbH (einem Vermögensverwalter) 7.748 Investmentfonds betrachtet – alle für den Vertrieb an Privatanleger in Deutschland zugelassenen Fonds, die seit mindestens drei Jahren am Markt sind. Knapp ein Viertel der Fonds verlangt eine Performance Fee. Ergebnis der Auswertung: Investmentfonds, die ausschließlich auf fixe Gebühren setzen, haben in den vergangenen drei Jahren im Durchschnitt eine jährliche Rendite von 10,5 Prozent erzielt. Fonds mit erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteilen kamen dagegen nur auf 8,9 Prozent – eine Differenz von immerhin 1,6 Prozentpunkten. Auch bei der Betrachtung der vergangenen fünf Jahre ändert sich an diesem Befund wenig. Die Renditen sind – der Finanzkrise sei Dank – insgesamt deutlich schlechter. Fonds ohne Performance Fee allerdings erlitten im Durchschnitt nur Verluste von 0,4 Prozent pro Jahr – bei den Fonds mit Performance Fee waren es 1,5 Prozent.

    Die Volatilität von Fonds mit und Fonds ohne Performance Fee war in den vergangenen drei Jahren ähnlich hoch. Sie betrug bei der Gruppe der Fonds ohne Performance Fee im Durchschnitt 13 Prozent; bei den Fonds mit Performance Fee waren es 12,7 Prozent. Während der Maximalverlust der Fonds ohne erfolgsabhängige Vergütung allerdings im Durchschnitt lediglich bei 14,6 Prozent lag, waren es bei den Fonds mit erfolgsabhängiger Vergütung 16 Prozent. Ein höheres Risiko bringt eben nicht automatisch immer auch höhere Renditeaussichten mit sich – das gilt allenfalls vor Kosten.

    Mischfonds mit Performance Fee sind besonders schlecht

    Ebenfalls interessant: Der Blick auf die verschiedenen Fondsgattungen. So weisen Aktienfonds ohne Performance Fee gegenüber ihren Brüdern mit Performance Fee nur eine geringe Überrendite von 0,51 Prozent pro Jahr auf. Im Segment der Mischfonds beträgt die Überrendite der Fonds ohne Performance Fee dagegen sage und schreibe 2,73 Prozent pro Jahr. Dabei besagt die landläufige Meinung doch, dass erfolgsabhängige Vergütungen gerade bei diesen Fonds ihre Berechtigung haben – schließlich genießen die Manager der Fonds hohe Freiheitsgrade und sollten damit bessere Möglichkeiten haben, ihre Kompetenz unter Beweis zu stellen. Das funktioniert offenbar eher schlecht. Ähnlich düster sieht es bei den Immobilien-Aktienfonds aus: Hier schneiden die Fonds ohne Performance Fee im Mittel jährlich um 2,35 Prozent besser ab.

    Ebenfalls interessant: Selbst im Segment der Geldmarktfonds gibt es einen beträchtlichen Anteil von Fonds (10,9 Prozent), die eine erfolgsabhängige Vergütung verlangen. Und auch in diesem Segment schneiden die teureren Fonds schlechter ab.

    Fonds mit Performance Fee sind teurer

    Das sind Fonds mit erfolgsabhängiger Vergütung Scope zufolge nämlich im Allgemeinen: teurer. Anders als im institutionellen Bereich, wo erfolgsabhängige Vergütungen zuerst eingeführt wurden, seien die fixen Verwaltungsgebühren durch die Einführung der Performance Fees auch bei Fonds für Privatanleger nämlich nicht gesunken. „Die Folge: Die von der Wertentwicklung der Fonds abhängige Gebühr stellt eine ausschließliche Zusatzbelastung für Privatanleger dar“, heißt es im Report. Und Sasa Perovic, Director Investmentfonds bei Scope, erklärt, Performance Fees gebe es nur aus einem einzigen Grund: „Weil sie für die Fondsanbieter vorteilhaft sind.“

    Studie und Interview bieten auch sonst die eine oder andere interessante Einsicht. Lesen lohnt. Mit einem Direktlink tue ich mich gerade schwer, aber die Studie ist auf der Scope-Website leicht zu finden.

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  • Prokon Genussrechte unter der Lupe - 14-04-2012

    Ein älterer Artikel über Prokon Genussrechte ist der Dauerbrenner auf dieser Website und wird immer wieder heiß diskutiert. Wer Interesse an dem Thema hat, dem möchte ich einen Artikel bei Value and Opportunity ans Herz legen: Autor "memyselfandi007" hat die Genussrechte analysiert - und weil er sich mit Unternehmensanalyse, soweit ich das beurteilen kann, wirklich gut auskennt, ist die Kurzanalyse sehr aufschlussreich.

    Das Fazit möchte ich an dieser Stelle zitieren:

    • "Der Genußschein selbst ist ein hochriskantes Eigenkapitalinstrument
    • Die Qualität und Profitabilität des zu Grunde liegenden Geschäfts kann mangels konsolidierten Konzernabschlusses nicht nachvollzogen werden
    • der ständige Vergleich mit Bankeinlagen und die sogenannte “Rücknahmegarantie” sind nicht substantiell und stehen in keiner Relation
    • wer eine sichere Geldanlage will, sollt die Finger von so einem Genußschein lasen, für spekulative Naturen gibt es sicher transparentere Vehikel."

    Für alles weitere verweise ich auf den wirklich lesenswerten Artikel.

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  • Wie berechnet man den Kaufkraftverlust durch Inflation? - 13-04-2012

    Eigentlich hätte an dieser Stelle eine Besprechung des Buches „Schutz vor Inflation und Euro-Crash. So retten Sie Ihre Ersparnisse vor den Folgen der Schuldenkrise“ von Dr. Max Schott und Arne Sand erscheinen sollen. Allerdings bin ich beim Lesen des Werkes mit dem angenehm marktschreierischen Titel auf eine Stelle gestoßen, die mich völlig ratlos zurücklässt. Deshalb habe ich beschlossen, einfach diese Stelle mit Ihnen zu teilen – und Sie um Hilfe zu bitten.

    Es geht um eine Reihe von Beispielrechnungen. Sie sind auf den Seiten 26 und 27 des Buches zu finden und sollen dazu dienen, die Folgen der Inflation für Anleger zu veranschaulichen. Klar: Die Folge ist ein enormer Kaufkraftverlust des ursprünglich angelegten Kapitals.

    Die Inflations-Beispielrechnung aus dem Buch

    Leider kommt in einer Rechnung aber ein Kaufkraftschwund des ursprünglichen Anlagekapitals von sagenhaften 983,47 Prozent vor. Um es kurz zu machen: Ich glaube, die Rechnung ist völlig daneben. Denn wie soll das Kapital mehr als 100 Prozent seiner Kaufkraft verlieren können? Weniger als gar keine Kaufkraft geht schließlich nicht. Und streng genommen dürfte Inflation meinem Verständnis nach nie zu einem völligen Wertverlust führen – allenfalls sollte der reale Wert des Kapitals sich stetig der Nulllinie nähern, ohne diese aber zu berühren.

    Da Max Schott aber Dr. oec. und Dipl.-Kfm. und Arne Sand immerhin Dipl.-Ing. ist (und beide zusammen außerdem gleich zwei Vermögensverwaltungs-Unternehmen besitzen), möchte ich kein vorschnelles Urteil fällen. Schließlich misstraue ich meinen eigenen Rechenkünsten womöglich noch mehr als denen der Autoren.

    Aber zur Sache: Im Beispiel geht es um einen Anleger, der eine Bundesanleihe mit zehnjähriger Laufzeit und 2 Prozent Rendite erwirbt. Weil er Steuern zahlen muss, bleibt ihm nur ein Nettoertrag von 1,5 Prozent pro Jahr. Leider liegt die jährliche Teuerungsrate aber bei 2,8 Prozent. Von nun an zitiere ich mal:

    Damit erleidet er in diesen zehn Jahren einen Kaufkraftverlust pro Jahr von 1,3 %. Linear multipliziert, das heißt einfach aufaddiert, führt das in 10 Jahren zu einem Kaufkraftschwund von 13 %. Tatsächlich berechnet sich die Inflation jedoch im Folgejahr auf die um im ersten Jahr verteuerten [so steht es wirklich da – H.] 1,3 % hinzu. Folglich verliert der Anleger nicht nur 1,3 % aus einem Anfangsinvestment von € 1.000,–, sondern 1,3 % aus € 1.013,–. (…) Nach 10 Jahren verliert der Anleger mit diesem Zinseszins-Effekt 13,79 % anstatt der linearen 13 %.“

    Ist das nicht schräg? Wieso ist "linear multipliziert" gleichbedeutend mit "einfach aufaddiert"? Und vor allem: Wie kommen Schott und Sand auf diese 1.013 Euro? Schließlich hat der Anleger nominal nach einem Jahr 1.015 Euro. Real bleiben ihm aber nur 987 Euro – schließlich musste er eine negative Realverzinsung hinnehmen.

    Mein eigener Weg zur Berechnung der realen Rendite

    Ich würde anders rechnen und kann mir zwei Varianten vorstellen.

    Die erste: Das Ausgangskapital wird jedes Jahr mit dem Faktor 0,987 multipliziert, um die negative Rendite abzubilden. Nach einem Jahr bleiben dem Anleger also die oben bereits genannten 987 Euro. Nach zehn Jahren bleiben ihm 1.000 Euro * 0,987 ^ 10. Das ergibt 877,35 Euro – also einen Kaufkraftverlust von insgesamt 12,27 Prozent.

    Die zweite Variante: Ich konstruiere einen Preisindex, indem ich das Ausgangsniveau (1) in jedem Jahr mit der Inflationsrate (1,028) multipliziere. Nach zehn Jahren liegt der Preisindex bei 1 * 1,028 ^ 10, also bei 1,318. Zusätzlich berechne ich das – nominale – Endkapital des Anlegers nach zehn Jahren: 1.000 Euro * 1,015 ^ 10, also 1.160,54 Euro. Anschließend dividiere ich diesen Wert durch den Preisindex. Das Ergebnis von 880,53 oder 11,95 Prozent Kaufkraftschwund weicht leider vom Ergebnis meiner anderen Berechnung ab.

    Noch stärker unterscheidet es sich allerdings von den Ergebnissen, zu denen Schott und Sand gelangen. Die schreiben nämlich, dass eine jährliche reale Rendite von -10 Prozent nach 25 Jahren den oben bereits genannten sagenhaften Kaufkraftverlust von 983,47 Prozent nach sich zieht.

    Ich dagegen komme mit meiner ersten Rechenmethode auf folgendes Ergebnis:

    • 1.000 Euro * 0,9 ^ 25 = 71,79 Euro

    Das entspricht 7,18 Prozent des ursprünglichen Kapitals, also einem Verlust von 92,82 Prozent.

    Mit meinem zweiten Rechenweg ergibt sich bei einer nominalen Nettorendite von 1,5 Prozent pro Jahr und einer jährlichen Inflationsrate von 11,5 Prozent:

    • 1.000 Euro * 1,015 ^ 25 = 1.450,95 Euro
    • 1,115 ^ 25 = 15,2
    • 1.450,95 Euro / 15,2 = 95,46 Euro

    Das entspricht 9,55 Prozent des ursprünglichen Kapitals, also einem Verlust von 90,45 Prozent.

    So traurig es auch ist, dass die beiden Ergebnisse nicht übereinstimmen: Sie erscheinen mir zumindest beide halbwegs realistisch.

    Preisfrage: Mindestens einer von uns dreien liegt voll daneben - aber wer ist es? (Ich hoffe, ich bin es nicht, dann wäre dieser Artikel nämlich hochnotpeinlich. Aber nicht-öffentlich um Rat zu fragen erschien mir dann doch deutlich weniger reizvoll als einfach mal über das Problem zu schreiben.)

    Und wie sieht der korrekte Rechenweg aus?

    Als Gewinn für den ersten, der überzeugend antwortet, lobe ich ein Exemplar des Buches "Schutz vor Inflation und Euro-Crash" aus, ist ja klar.

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  • Es gibt noch offene offene Immobilienfonds... - 10-04-2012

    Was machen eigentlich die offenen Immobilienfonds, die derzeit nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen? Die weder geschlossen sind noch kurz vor der Liquidation stehen? Fonds wie der Hausinvest, der Deka-ImmobilienEuropa oder der Grundbesitz Europa also. Antwort: Sie wirtschaften weiter. Wie gut, hat jetzt die Ratingagentur Scope untersucht.

    In die Betrachtung eingeflossen sind nach Angaben von Scope elf Fonds, die sich hauptsächlich an Privatanleger richten. Diese stünden für ein Fondsvolumen von rund 50 Milliarden Euro oder rund 60 Prozent der Branche. Scope ermittelte eine durchschnittliche Fondsausschüttung von 3,47 Prozent für das Jahr 2011.

    54 Prozent der Ausschüttungen waren steuerfrei

    Die höchste Gesamtausschüttung – in absoluten Zahlen – leistete demnach der Hausinvest mit rund 421 Millionen Euro. Auf Platz zwei kam der Deka-ImmobilienEuropa mit 336 Millionen Euro, gefolgt vom UniImmo: Europa mit 270 Millionen Euro. Diese Fonds stellen die größten Produkte der Branche dar. Von den insgesamt ausgeschütteten 1,7 Milliarden Euro waren rund 930 Millionen Euro, das entspricht etwa 54 Prozent, steuerfrei.

    Renditen liegen niedriger als die Ausschüttungen

    So weit, so unspektaklär. Interessant ist allerdings noch, dass die tatsächlichen Fondsrenditen unter den Ausschüttungsrenditen lagen. So schüttete der Hausinvest 4,09 Prozent des Fondsvermögens aus, erwirtschaftete aber nur eine Rendite von 3,2 Prozent. Beim UniImmo: Europa betrug die Ausschüttungsrendite 3,64 Prozent, die Fondsrendite laut Fondsverband BVI aber nur 2,6 Prozent.

    Erklärung Scope: "Ein Fonds kann Ausschüttungen auch leisten, wenn er eine negative Rendite ausweist. Dies kann beispielsweise bei Abwertungen auf den Objektbestand der Fall sein. Entscheidend für die Ausschüttung sind insbesondere die tatsächlich erwirtschafteten Cash-Flows. Die KAGen versuchen in der Regel die Ausschüttungen über die Jahre konstant zu halten, da die Mehrheit der Anleger gleichbleibende Zahlungen wünscht. Die Gesellschaften haben die Möglichkeit, Schwankungen bei den Ausschüttungen durch die Bildung von Vorträgen über den Zeitverlauf zu glätten."

    Zu bedenken ist dabei natürlich noch, dass auch die "tatsächlichen" Renditen nicht durch das freie Spiel der Finanzmärkte ermittelt wurden, sondern durch Gutachter und deren Immobilienbewertungen. Und dass nur die unproblematischen Immobilienfonds untersucht wurden.

    Wie die Renditen aussähen, wenn sämtliche Fondskurse an der Börse ermittelt würden, bleibt der Phantasie des Beobachters überlassen. Und über die Frage, ob die erzielten Renditen sich nun "sehen lassen können", wie Scope schreibt, oder doch eher ziemlich mager sind, darf natürlich auch trefflich gestritten werden. Immobilienfonds-Freunde werden sicher darauf verweisen, dass auch 3 Prozent im Jahr 2011 ein sehr ordentliches Ergebnis sind. Immobilienfonds-Gegner auf der anderen Seite dürften anmerken, dass die Auswahl der Fonds nicht repräsentativ und die Ermittlung der Rendite eben nicht marktgetrieben ist.

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  • Silbermünzen - Zahlungsmittel und Sammelobjekt - 06-04-2012

    Silbermuenze der Bundesrepublik DeutschlandAls Kind war ich ein Fan von ihnen. Und auch wenn meine Begeisterung in den letzten Jahrzehnten doch stark nachgelassen hat: Die Silber-Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland scheinen sich nach wie vor großer Beliebtheit zu erfreuen. Davon zeugt nicht zuletzt das hoch getaktete Ausgabeprogramm des Finanzministeriums: Am 9. Februar wurde die 10-Euro-Gedenkmünze "300. Geburtstag Friedrich II." ausgegebe; nächste Woche, am 12. April, steht die Ausgabe der Gedenkmünze "50 Jahre Deutsche Welthungerhilfe" an.

    Anders als vor 20 Jahren habe ich inzwischen so meine Zweifel, ob es sich bei diesen Münzen um eine tolle Geldanlage handelt. Immerhin spricht eine Auflage von 300.000 Stück (Friedrich II.) in der Qualität "Spiegelglanz", der Sammlervariante also, nicht unbedingt für eine große Knappheit der Münzen. Und ehrlich gesagt bin ich auch enttäuscht, dass die Münzen zu 37,5 Prozent aus Kupfer - und also lediglich zu 62,5 Prozent aus Silber - bestehen. Eine Münze wiegt 16 Gramm, das ergibt ein Silbergewicht von 10 Gramm. Bei einem Silberpreis von 24,72 Euro je Feinunze (London Fixing, 4. April) beträgt der Materialwert also 7,95 Euro.

    Gesetzliches Zahlungsmittel - aber nur in Deutschland

    Ein Trost: Eine 10-Euro-Gedenkmünze wird immer mindestens 10 Euro wert sein - zumindest in Deutschland. Hierzulande gelten die Münzen nämlich als gesetzliches Zahlungsmittel und müssen in Geschäften akzeptiert werden. In anderen Ländern gilt diese Annahmepflicht nach Angaben des Bankenverbandes allerdings nicht.

    Ein Problem bei der Sache ist der Ausgabepreis der Spiegelglanz-Gedenkmünzen. Der liegt nämlich in jedem Fall deutlich über 10 Euro: "Der Preis wird gebildet durch den Materialwert des Silbers am Tag vor der Ausgabe (Fixing London) zzgl. eines Aufschlags von 10,– € sowie der MwSt.; Mindestpreis: 15,– €". Dass Käufer immer wenigstens 10 Euro für die Münze erhalten, schützt also nicht vor deutlichen Verlusten.

    Anders ist das bei der 08/15-Variante der Gedenkmünzen - der Prägung in der Qualität "Stempelglanz". Diese Münzen enthalten überhaupt kein Silber, sondern bestehen aus einer Kupfer-Nickel-Legierung. Dafür sind sie aber auch für zehn Euro zu haben und lassen sich auch für zehn Euro wieder loswerden. Ich fürchte nur: für mehr auch nicht.

    Und ich fürchte außerdem: Diese Stempelglanz-Münzen habe ich in meiner Kindheit gekauft (nur dass sie damals zumindest noch aus Silber bestanden).

    Die Gedenkmünzen 2012 - eine kleine Übersicht

    Falls jetzt trotzdem jemand bundesrepublikanische Gedenkmünzen erwerben will, folgt hier noch eine kleine Übersicht über die in diesem Jahr erscheinenden Münzen:

    • 300. Geburtstag Friedrich II., 9. Februar
    • 50 Jahre Deutsche Welthungerhilfe, 12. April
    • 200 Jahre Grimms Märchen, 14. April
    • 100 Jahre Deutsche Nationalbibliothek, 13. September
    • 150. Geburtstag Gerhart Hauptmann, 8. November

    Außerdem wird im Juni - für etwas mehr Geld - eine 20-Euro-Goldmünze aus der Serie "Deutscher Wald" ausgegeben. Im Oktober folgt dann für noch mehr Geld die 100-Euro-Goldmünze "Dom zu Aachen".

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